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Browser-Bugs
Mittwoch, 18. Juni 2008Eineinhalb Jahre hat die Entwicklung der Version 3 des Mozilla-Vorzeigebrowsers gedauert. Seit gestern Abend ist er zum Download verfügbar und mittlerweile konnte ich ihn einige Stunden kennenleren. Leider hinterlässt der Browser mich mit sehr gemischten Eindruck, den ich hier auch begründen möchte.
Standard-Theme
Das neue Standard-Theme "Strata" ist in der Community bereits seit einiger Zeit in der Diskussion. Alle Welt wundert sich über den quietschbunten Look der Oberfläche, der dadurch auch nicht gerade von Übersichtlichkeit geprägt ist. Aktuell bin ich unter XP auf das Theme "Phoenity Aura 0.3" ausgewichen. Ebenfalls zu empfehlen - doch leider momentan scheinbar nicht verfügbar - sind die Themes der CrystalFox Serie, die eine leicht KDE-angehauchten Touch verleihen. Auch warte ich noch auf eine finale Version des FF2-Themes für den Firefox 3, an dessen Anblick ich mittlerweile gewöhnt bin.
Addon-Unterstützung
Updates von Firefox-Addons sind sicherlich nicht die Aufgabe von Mozilla. Dennoch bin ich etwas verwundert, wieviele bekannte und gern genutzte Addons trotz der extrem langen Beta- und RC-Phase noch nicht mit dem FF3 zusammenarbeiten. Bei mir betrifft das FireFTP, Adblock, Aptana-Debugger Service, View Source Chart. Andere Nutzer haben ähnliche Probleme.
Besonders übel finde ich die aktuell unübersichtliche Lage rund um das Firebug-Addon. Vor einigen Tagen war die Website getfirebug.com vollständig aus dem Netz verschwunden, mittlerweile ist sie wieder erreichbar, es fehlen jedoch das Blog sowie die Beta-Releases von Firebug 1.2. Die Version 1.1 scheint zwar zu laufen, ist aber leider buggy. Das ehemalige Vorzeige-Entwicklerwerkzeug macht aktuell keinen gesunden Eindruck. Ich hoffe, das ändert sich ganz schnell wieder.
Zoomverhalten
Das Zoomverhalten treibt mich seit Stunden in den Wahnsinn. Ich bin es seit Jahren gewohnt, mit Strg+Mausrad die Schriftgrößen anzupassen. Mit der Ankunft des Seitenzooms dreht FF3 jedoch die Steuerung der Funktionen Vergrößern/Verkleinern plötzlich um. Im FF2 erzwingt man eine Vergrößerung der Schrift durch Strg+scroll down. Im FF3 führt das plötzlich zum Verkleinerung der Webseite. Auch wenn es auf dem Papier logischer sein sollte, eine Vergößerung mit Strg+scroll up zu erzwingen, sind die Aktionen nach 4 Jahren Firefox doch motorisch stark eingebrannt und die plötzlichen Fehlversuche nerven gewaltig.
Größere Probleme gibt es offensichtlich auch mit einigen Flash-basierten Webseiten. Teilweise lassen sich diese überhaupt nicht zoomen bzw. werden ein bestimmten Zoomstufen nur noch bruchstückhaft dargestellt. Jenna berichtet bereits von solchen Problemen, eigenbundene Flash-Elemente können offenbar das schöne neue Zoomverhalten sehr schnell ganz ungschön aussehen lassen.
Alte und neue CSS-Bugs
Eines der wichtigsten Neuerungen des FF3 ist die Gecko-Engine 1.9. Auch hier stecken viele Monate Entwicklungszeit drin. Warum allerdings solch nervige Bugs wie der Overflow-Bug (Testcase) nach wie vor nicht gefixt sind, entzieht sich meinem Verständnis. Hinzu kommen neue Probleme. Unter Windows Vista gibts Probleme mit der neuen Schriftdarstellung. Ich habe dafür bereits einen Testcase gebaut und einen Bugtracker-Eintrag hinterlassen. Dennoch hätte ich hier bei einer solch langen Entwicklungszeit mehr erwartet, zumal ich bisher den Browser nur oberflächlich getestet habe. Zudem bin ich mir nicht sicher, dass dieser Vista-Bug wichtig genug ist, schnell gefixt zu werden.
Fazit
Für den Moment kann ich mich nicht so recht über all die neuen Features freuen, weil teilweise nicht funktionierende Addons, die Umstellung bei der Bedienung des Zooms einem die Freude aktuell etwas vermiesen. Ich kann nur hoffen, das hier schnell gehandelt wird, andernfalls werden - zumindest für Entwickler - Browser wie Opera und Safari (die mittlerweile ebenfalls ordentliche Entwicklertools mitbringen) vermutlich deutlich attraktiver.
UPDATE 25.6.08: Mittlerweile hat sich die Welt etwas weitergedreht und es gibt neues zu berichten. Hier gibt es eine übersichtliche Zusammenstellung alternativer Themes für den FF3, mein Favorit ist das FF2-Theme, welches den vertrauten Look wieder herstellt und tadellos funktioniert. Auch den Großteil meiner Plugins habe ich unter XP und Vista mittlerweile wieder zum Laufen gebracht, auch wenn es ärgert, dass man die Updates zum Teil per Hand einspielen muss. So ist FF3 selbstständig nicht in der Lage, Firebug 1.0.5 auf 1.2b3 zu updaten, obwohl es als offizielles Add-On bereitsteht.
Bei dem gemeldeten Darstellungsbug der Anführungzeichen steht mittlerweile fest, dass dieser ausschließlich unter Windows Vista auftritt. Im offiziellen Bugtracker wurde meine Meldung dennoch bisher nicht als “Confirmed” bestätigt, was mich daran zweilfen lässt, dass dieses Problem schnell wieder verschwindet.
Wer sich bei der Firebug-Version 1.2b3 plötzlich mit ungewöhnlich vielen JS-Fehlern konfrontiert sieht, sollte einen Blick in die about:config des Browsers werfen. Offenbar stellt sich beim Updateprozess von FF2->FF3 unter Umständen die Option javascript.option.strict auf true. Ein Klick setzt hier wieder den korrekten Wert false und die sinnlosen Fehlermeldungen verschwinden. Damit ist dann auch Firebug1.2b3 wieder gebrauchsfähig.
Donnerstag, 27. März 2008
Das Entwicklerteam des Opera-Browsers ist ausgesprochen aktiv und immer um die Weiterentwicklung ihres Browsers bemüht. Erst gestern meldete das Opera Desktop Team 100 von 100 möglichen Punkten im ACID 3 Test des Webstandards Projects (im Wettrennen mit Safaris Webkit-Engine) und darf sich nun feiern und auf die Schulter klopfen lassen.
Sehr schön, wirklich. Allerdings kontrolliert der ACID3-Test offensichtlich nicht Ergebnisse grundlegender Rechenoperationen, die jeder Browser beherrschen sollte (sowas wird allgemein nach der Grundschule vorausgesetzt). Und so passiert es, dass der Opera seit Jahren nicht dazu fähig ist, Prozentangaben als reelle Zahlen zu verarbeiten. Stattdessen schneidet er beständig auch in der neuesten Beta-Version Nachkommastellen einfach weg und behandelt Breiten- und Höhenangaben in Prozent als Integerwerte.

Das W3C legt in der CSS2 Spezifikation in Abschnitt 4.3.3 fest:
The format of a percentage value (denoted by <percentage> in this specification) is an optional sign character (’+’ or ‘-’, with ‘+’ being the default) immediately followed by a <number> immediately followed by ‘%’.
Die Definition für <number> findet sich in Abschnitt 4.3.1, die wichtigen Passagen sind markiert:
Some value types may have integer values (denoted by <integer> ) or real number values (denoted by <number>). Real numbers and integers are specified in decimal notation only. An <integer> consists of one or more digits “0” to “9”. A <number> can either be an <integer>, or it can be zero or more digits followed by a dot (.) followed by one or more digits. Both integers and real numbers may be preceded by a “-” or “+” to indicate the sign.
Die Auswirkungen dieses Bugs bekommt man bei der Positionierung von Containern mit flexiblen Spaltenbreiten oder -höhen, sowie bei der Skalierung von Schriftgrößen (man denke an krumme Werte infolge Vererbung) zu spüren, denn wo selbst der IE5 (FF und Safari natürlich ebenso) bei der Rechnung 66.666% + 33.333% = 99.999% (bei Layoutbreiten unter 100.000 Pixeln also effektiv 100 Prozent) errechnen, landet Opera bei 99 Prozent denn er macht daraus 66%+33%. Aus dieser Eigenart ergeben sich dann plötzlich Abstände und Zwischenräume im Layout wo keine sein dürften. Für Webdesigner entstehen hingegen Fragezeichen über dem Kopf und unnötiger Anpassungsaufwand, denn patchen lässt sich dieser Bug leider nicht.
Also liebe Opera-Entwickler: Wenn Ihr mit dem Feiern fertig seid wäre es wirklich ein Segen, wenn ihr Euch dieses Problems endlich mal annehmen könntet. Ich war auch diesmal so freundlich, einen Testcase zu bauen, extra für Euch.
Auf der anderen Seite zeigt sich für mich mal wieder, dass auch die ACID-Tests (mittlerweile in der 3. Generation) für den Alltag nicht die Praxisnähe haben, die man sich eigentlich wünschen würde, um die Rendering-Qualität von Browsern korrekt einschätzen und vergleichen zu können.
Samstag, 20. Oktober 2007

Aufgrund der späten Stunde hier nur die wichigsten Fakten. Das neueste Firefox Update auf Version 2.0.0.8 bringt einen äußerst hässlichen Bug mit. Auslöser sind floatende Boxen mit negativem seitlichen Außenabständen (Margins). Diese Boxen werden weder in einem ebenfalls floatenden Elterncontainer eingeschlossen (containing floats), noch funktioniert das normale Beenden der Fließumgebung (clearing floats) über ein nachfolgendes Element mit der Eigenschaft clear:both. Ein Versuch mit overflow:hidden (sollte floatende Container ebenfalls einschließen) schlägt übrigens auch fehl. In diesem Fall werden die sonst überstehenden Bereiche einfach abgeschnitten.
Ein entsprechender Testcase steht bereit und ein Ticket bei Bugzilla ist geschrieben. Ich hoffe, die Entwickler sorgen schnellstmöglich für eine Korrektur, denn diese Technik ist bei aktuellen CSS-Layouts sehr verbreitet.
Ach ja, einen Workaround gibt es: Das Clearing mit der Clearfix-Methode funktioniert, ist aber mit Sicherheit keine Dauerlösung.
UPDATE: Es sieht danach aus, als könnte sich das Problem innerhalb der nächsten Woche wieder erledigt haben. Offensichtlich gab es noch weitere “Kollateralschäden”, sodass vermutlich Ende nächster Woche bereits der Firefox 2.0.0.9 das Licht der Welt erblicken wird. Und der Float-Clearing-Bug wird in diesem Update gefixt sein.
UPDATE 2 (31.10.07): Habe eben den RC des Firefox 2.0.0.9 installiert und getestet. Der Bug ist definitiv gefixt und - was YAML betrifft - scheint es auch keine neuen Probleme zu geben.
Donnerstag, 30. August 2007
Offensichtlich hat sich Chris Heilmann die Nacht um die Ohren geschlagen (oder auch nur ein paar Minuten davon) und heute morgen eine recht nette Lösung für YUI Grids und das immer wieder gern diskutierte Problem gleich langer Spalten gepostet. Der Ansatz gefällt mir. Man verzichtet auf das leidige CSS-Gehacke, welches je nach Komplexität des Layouts gelegentlich zu unerwarteten Nebeneffekten führen kann und überlässt die Sache Javascipt. Wer mehr zum Thema wissen möchte, Ed Eliot hat dazu vor einiger Zeit eine schöne Übersicht veröffentlicht.
Bei der Gelegenheit trifft es sich natürlich gut, dass sich der Aufwand innerhalb eines CSS-Frameworks mit bekannten Containerbezeichnungen sehr in Grenzen hält. Was sind nun die Vorteile? Erstens, das CSS-Gehacke entfällt vollständig. Zweitens diese Lösung funktioniert bei angeschaltetem Javascript auch in älteren Browsern - ein Punkt, bei dem CSS-Lösungen regelmäßig scheitern und drittens - wer Javascript ausgeschaltet hat, der bekommt die Seite dennoch in normalem Look & Feel, denn auch hier könnte man per min-height noch evlt. Probleme sehr leicht abfangen. Der einzige Aufwand der entsteht - man muss ein kleines Script in sein Layout einbauen.
Ehrlich, ich finde diesen Weg knuffig und und in Verbindung mit meinem geliebten jQuery auch für die YAML Subtemplates für vorstellbar.
Donnerstag, 12. April 2007
Firefox 2.x und der Internet Explorer 7 haben offensichtlich massive Probleme beim Ausdrucken von Containern mit den Eigenschaften overflow:hidden und overflow:auto. Gleiches gilt für den Internet Explorer 7 bei Verwendung der Eigenschaft overflow:auto. Der Inhalt des Containers läuft jeweils bereits in der Druckvorschau über den unteren Seitenrand hinaus und wird dann willkürlich abgeschnitten. Ein Umbruch der Inhalte auf eine neue Seite innerhalb des Containers findet nicht statt.
Statt dessen wird im Extremfall der gesamte Container auf eine neue Seite umgebrochen und die Inhalte am Ende dieser Seite abgeschnitten. Auf diese Weise entstehen unter Umständen auch noch große Leerräume bzw. komplett leere Seiten im Ausdruck. Ich habe einen kleinen Testcase eingerichtet, um das Nachvollziehen des Bugs in den beiden Browsern zu erleichtern. Schauen Sie sich den Testcase dazu einfach in der Druckvorschau an.
Die aktuellen Versionen des Opera und des Safari sind nicht von diesem Problem betroffen. Da ich die restlichen IE-Versionen derzeit leider nur als Standalone-Fassungen habe, konnte ich die älteren IE-Versionen leider nicht testen, da die Druckvorschau nur mit einer sauberen Installation funktioniert. Über entsprechende Berichte würde ich mich freuen ...

Auf zum Multimediatreff 2008 ...
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